Montag, 18. Juli 2011

Tone Hulbaekmo und Hans Fredrik Jacobsen: Vom Hummelfjell zum Himalaja

Vom Kontrast zwischen globaler Inspiration und regionaler Bindung


Sie lieben es in Kirchen zu spielen. Sie sind in einigen der größten Kirchen der Welt aufgetreten. Vielleicht auch in den kleinsten. Und in Hodalen. Außerhalb der Region Nordösterdalen dürfte dieser 360 km nördlich von Oslo gelegene Ortsteil in einem Seitental am Hummelfjell wohl kaum jemandem bekannt sein. In verschiedenen Ortsteilen der Gemeinde Tolga, die selbst nur 1.700 Einwohner hat, finden im Juli die Olsokspiele zu Ehren des norwegischen Heiligen St. Olav statt. Ein umfangreiches Kulturprogramm haben die Einwohner des Bergdorfes zusammengestellt.
Tone Hulbækmo und Hans Fredrik Jacobsen sind jahrelang durch die ganze Welt gereist. Mit all der Erfahrung, die die beiden Musiker im Laufe der Jahre in vielen Kul-turen angesammelt haben, verfügen sie über eine entsprechende Vorstellungskraft. Dieser Erfahrungsreichtum und die Bereitschaft, die Welt der Musik als Ganzheit zu betrachten, entwickelte sich zu ihrem Markenzeichen: Vielfalt sowohl des Repertoirs als auch der Instrumente. Wunderschöne religiöse Folklore und eindrucksvolle mittelalterliche Balladen, schwungvolle Hochzeitsmärsche, fröhliches Flötenspiel und feierliche Kirchenlieder sowie Lieder aus der Gegenwart wechseln sich ab.
„Wir fühlen uns nicht einem bestimmten Musikstil verpflichtet, genauso wie wir stän-dig geographische und kulturelle Grenzen überschreiten. Für uns ist es kein Wider-spruch, auf der einen Seite in der kleinen norwegischen Gemeinde Tolga verwurzelt zu sein und uns gleichzeitig mit den verschiedensten Kulturen der Welt auseinander-zusetzen und sie als Quelle der Inspiration zu betrachten,“ erklärt Hans Fredrik Jacobsen.
In den letzten Jahren engagierten sie sich in verschiedensten Projekten mit Folklo-remusikern aus den allen Erdteilen. Musikalische Begegnungen in Norwegen und weit entlegenen Teilen der Welt kamen zustande: Australien, Neuseeland, China, Japan, Brasilien, Libanon, Ägypten, Indien, Zimbabwe, Botswana, Finnland und Zambia, Vietnam, Nepal, Korea. Nicht zu vergessen Skandinavien, Frankreich, Deutschland, Spanien, Estland, Faröer und die USA.
„Das gemeinsame Reisen, im physischen, mentalen und musikalischen Sinne, ist die Grundlage unserer Musik. Sie spiegelt unsere gemeinsamen Erlebnisse wieder und liefert gleichzeitig ihre Grundlage,“ fügt Tone Hulbækmo hinzu.
Tynset, den 14.7.2011
Gerd Harthus

Quelle: Olsok i Tolga, 2011

Nähere Auskunft über die Region findet man unter http://sites.google.com/tronfjellet

Mittelalterliche Kneipenstimmung auf Ivaregga
Eine musikalische und kulinarische Reise zurück ins Mittelalter mit Kalenda Maya bei den Olsokspielen in Tolga im Juli 2011
Ein Konzert mit Kalenda Maya an sich ist schon ein besonderes und spannendes Erlebnis. Auf zeitgemäße Art gekleidet und mit authentischen Instrumenten, mitrei-ßenden mittelalterlichen Weisen und nicht zu vergessen dem offenen Feuer im Stall werden die Besucher auf dem Bauernhof Ivaregga in eine andere Zeit entführt.
„Essen und Trinken sind dem Mittelalter nachempfunden. Also vergisst man am besten alle neumodischen Gewohnheiten und lasse sich auf ein mittelalterliches Gasthaus ein,“ verspricht die Wirtin auf Ivaregga, Rønnaug Storrusten.
Kalenda Maya macht ausschließlich mittelalterliche Musik und hat sich dem Ziel verschrieben, sie modernen Menschen überzeugend zu vermitteln. Mit ihrer ungezwungenen Vortragsweise erreichen sie ein breites Publikum, das sich nur zu gerne auf Volksweisen aus vielen Ländern einlässt.
Kalenda Maya hat mehr als zwanzig verschiedene Instrumente. Sverre Jensen, der eine Vielzahl von Saiteninstrumenten spielt, hat mit Hilfe alter Manuskripte und auch nach Steinskulpturen viele der Instrumente selbst gebaut.
Kalenda Maya verfügt über ein abwechslungsreiches Repertoire mittelalterlicher Musik vom 13. bis zum 15. Jahrhundert. Darunter findet man spanische Lieder über die vielbesungene Jungfrau Maria, der laut Tone Hulbækmo über 400 Weisen gewidmet sind.
Auch viele norwegische mittelalterliche Balladen wurden von Kalenda Maya authentisch arrangiert. Sie besingen Legenden, handeln von Märtyrern und Heiligen, rühmen die Taten von Rittern, berüchtigten Riesen und beschreiben die Mystik der Natur.
Ein Teil der Musik Kalenda Mayas eignet sich besonders für Kirchen. Auf Ivaregga jedoch wird das Publikum Musik hören, die ganz woanders hingehört: ins mittelalterliche Wirtshaus.
Kalenda Maya besteht aus:
Sverre Jensen: u.a. Psalter, Drehleier, Mandora, Langhalslure
Anne Hytta: Geige
Tone Hulbækmo: Gesang, Harfe, Lyra, Trommel
Hans Fredrik Jacobsen: Flöte, Dudelsack, Lure
Hans Hulbækmo: Rhythmusinstrumente



Tynset, den 14.7.20011

Gerd Harthus



Quelle: Olsok i Tolga 2011